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TestDaF: Die 15 häufigsten Fehler im Schriftlichen Ausdruck

6. Januar 2026
|6 min

Mit KI erstellt, redaktionell von einer C1-Prüferin geprüft.

TestDaF: Die 15 häufigsten Fehler im Schriftlichen AusdruckKI-Bild

Von Margarita Votteler, erfahrene C1-Prüferin seit 2009

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Laut „Daten kompakt 2024“ des TestDaF-Instituts erreichen rund 23 Prozent aller Teilnehmenden TDN 4 in allen vier Prüfungsteilen. Die andere Hälfte scheitert selten an fehlendem Deutsch. Sie scheitert an Fehlern, die sich in jedem Übungstext wiederholen und die niemand benannt hat. Hier sind die 15, die ich beim Korrigieren am häufigsten sehe, sortiert nach dem Kriterium, das sie treffen.

Vorweg das Format, weil es die Fehlerliste verändert. Im digitalen TestDaF schreibst du zwei Texte in zusammen etwa 60 Minuten (die Demo-Version gibt je 30 Minuten vor). Der erste ist ein argumentativer Beitrag mit mindestens 200 Wörtern, der zweite eine Zusammenfassung von Lesetext und Grafik mit etwa 100 bis 150 Wörtern. Im papierbasierten TestDaF, schreibst du in 60 Minuten einen Text: Grafik beschreiben, Stellung nehmen, Heimatlandbezug. Bei jedem Fehler steht, für welches Format er gilt.

Fehler an der Aufgabe

Die Aufgabenerfüllung steht in beiden Formaten ganz oben in der Kriterienliste. Fehler hier kosten am meisten, weil der Text die Aufgabe verfehlt, egal wie gut er klingt.

1. Eigene Meinung in der Zusammenfassung (digital, Aufgabe 2). Die Aufgabe verlangt eine sachliche Wiedergabe von Text und Grafik. Ein Satz wie „Ich finde diese Entwicklung sehr gefährlich" gehört dort nicht hin. Streiche jede Wertung und schreib stattdessen: „Der Text nennt drei Ursachen, die Grafik zeigt die Folgen für den Ertrag."

2. Sätze aus dem Lesetext übernehmen (digital, Aufgabe 2). Das Institut verlangt eigene Formulierungen, und die Beurteilenden kennen den Lesetext. Aus einem Satz wie „Monokulturen entziehen den Bienen die Nahrungsgrundlage" wird in deinen Worten: „Weil auf großen Flächen nur eine Pflanze wächst, finden Bienen zu wenig Nahrung."

3. Heimatlandbezug fehlt oder bleibt pauschal (papierbasiert). „In meinem Land ist es auch so" erfüllt den Aufgabenpunkt nicht. Beschreibe die Situation konkret und nutze sie als Argument: „In meinem Heimatland gehen die meisten Auslandsstudierenden in englischsprachige Länder, weil sie die Sprache aus der Schule kennen. Ein Studium in Deutschland setzt dagegen einen langen Sprachkurs voraus, und daran scheitert es oft."

4. Nur eine Seite (beide Formate). Drei Absätze Vorteile und ein Satz Nachteile sind keine Abwägung. In Aufgabe 1 des digitalen Formats nennt die Aufgabenstellung oft mehrere Perspektiven, etwa Arbeitskräfte und Unternehmen. Dann brauchst du beide. Ein Text, der beide Seiten mit je einem Grund zeigt und dann entscheidet, liegt näher an TDN 4 als ein einseitiger Text mit schönen Wörtern.

Fehler im Textaufbau

Nach den Auswertungen des TestDaF-Instituts entfallen die meisten Punktabzüge auf den Textaufbau. Aus meiner Erfahrung passt das: Der Aufbau ist das, was Lernende am seltensten üben.

5. Kein Übergang zwischen Grafik und Argumentation (papierbasiert). Der Text beschreibt die Grafik, macht einen Absatz und beginnt mit „Ich denke, dass …". Verbinde beides mit einem Satz: „Angesichts dieser Zahlen stellt sich die Frage, ob ein Auslandssemester Pflicht werden sollte."

6. Behauptung ohne Begründung (beide Formate). „Studiengebühren sind unfair." ist eine Meinung, kein Argument. Ein Argument hat einen Grund und oft ein Beispiel: „Studiengebühren gefährden die Chancengleichheit, weil sie Studierende aus einkommensschwachen Familien vom Studium abhalten."

7. Gedankensprünge im Absatz (beide Formate). Ein Absatz, der mit den Kosten beginnt, zur Umwelt springt und mit der Familie endet, zwingt die Beurteilenden zum Zweitlesen. Genau das fragt das Kriterium Gesamteindruck ab. Regel: ein Gedanke pro Absatz, und der erste Satz nennt ihn.

8. Schluss, der nur wiederholt (beide Formate). „Zusammenfassend gibt es Vorteile und Nachteile." sagt nichts. Der Schluss nimmt Stellung: „Solange die Finanzierung gesichert ist, überwiegen aus meiner Sicht die Vorteile."

Fehler im Wortschatz und im Ton

9. Zahlen ablesen statt einordnen (beide Formate, überall wo eine Grafik ist). „2010: 30 Prozent. 2020: 50 Prozent." liest vor. „Innerhalb von zehn Jahren stieg der Anteil von knapp einem Drittel auf die Hälfte." ordnet ein. Dazu gehört ein sachlicher Ton: Ein Anstieg um fünf Prozentpunkte ist kein „dramatischer Anstieg".

10. Umgangssprache (beide Formate). „Das ist echt ein Problem", „mega teuer", „man sollte mal": Solche Wörter fallen den Beurteilenden sofort auf, weil der TestDaF einen wissenschaftsnahen Text verlangt. Schreib „Das ist ein ernstes Problem" und „sehr teuer".

11. Dreimal „Ich denke" (beide Formate). Monotone Satzanfänge und Wiederholungen zählen zum Wortschatz. Variiere: „Meines Erachtens …", „Dafür spricht, dass …", „Dagegen lässt sich einwenden, dass …". Und prüfe die festen Verbindungen: Man trifft eine Entscheidung, man ergreift Maßnahmen, man zieht Schlüsse.

Fehler in der Grammatik, die das Lesen stören

Das TestDaF-Institut zählt keine Fehler. Es fragt, ob der Text trotz Fehlern verständlich bleibt. Die vier folgenden Fehler stören das Verständnis am stärksten, weil sie die Satzstruktur treffen.

12. Verb an der falschen Stelle (beide Formate). „Ich denke, dass viele Studenten haben Probleme." Im Nebensatz steht das konjugierte Verb am Ende: „…, dass viele Studierende Probleme haben." Und nach „deshalb", „trotzdem" oder „daher" kommt sofort das Verb: „Deshalb haben viele Studierende Probleme." Nicht: „Deshalb viele Studierende haben …".

13. Kasus nach Präpositionen (beide Formate). Nach den Auswertungen von Prüfungstexten ist der falsche Artikel (der, die, das) der häufigste Fehler, der falsche Kasus nach Präpositionen der zweithäufigste. Die Präpositionen mit Genitiv sind das Kernproblem: „trotz dem Problem" wird zu „trotz des Problems", „wegen die Kosten" zu „wegen der Kosten", „während dem Studium" zu „während des Studiums". Eine Hilfe für den Artikel: Wörter auf -ung, -heit und -keit haben immer „die".

14. Zweiteilige Verbindungswörter falsch kombiniert (beide Formate). Zweiteilige Verbindungswörter (Konnektoren) sind feste Paare, ein falsches zweites Glied fällt sofort auf. „Nicht nur steigt die Zahl, aber auch die Kosten" wird zu „Nicht nur die Zahl steigt, sondern auch die Kosten." Weitere Paare: „zwar … aber", „einerseits … andererseits", „je … desto", „weder … noch", „sowohl … als auch". Wer sie sicher setzt, bewegt sich Richtung TDN 5.

15. Adjektivendung und Relativpronomen (beide Formate). „ein wichtig Aspekt" wird zu „ein wichtiger Aspekt", „mit groß Interesse" zu „mit großem Interesse". Beim Relativsatz: „das Problem, was viele betrifft" wird zu „das Problem, das viele betrifft", und „das Land, wo ich komme" zu „das Land, aus dem ich komme".

Was du mit dieser Liste machst

Nicht alle 15 Fehler auf einmal. Nimm deinen letzten Übungstext und suche nur die Fehler 1 bis 8. Sie betreffen Aufgabe und Aufbau, und dort fallen die meisten Punkte. Wenn diese acht sitzen, kommen Wortschatz und Grammatik dran. Ein Text mit ein paar Kasusfehlern und klarem Aufbau liegt fast immer über einem fehlerfreien Text ohne Argumentation.

Wenn du wissen willst, welche der 15 in deinem Text stecken, schick ihn ein. Du bekommst eine Einschätzung an den TDN-Stufen mit deinen konkreten Fehlermustern, nicht nur eine Fehlerliste. Eine verbindliche Note ist das nicht, die vergibt nur das TestDaF-Institut. Übungstext prüfen lassen →

Wonach die Beurteilenden genau fragen, steht in den TestDaF-Bewertungskriterien. Wie du die 60 Minuten aufteilst, zeigen die TestDaF-Schreibstrategien.

Häufige Fragen

Kostet ein einzelner Grammatikfehler eine TDN-Stufe?

Nein. Die Beurteilenden bewerten den Text als Ganzes. Fehler wiegen schwer, wenn sie das Verständnis beeinträchtigen, und leicht, wenn der Text klar bleibt.

Welche Fehler sind am schwersten?

Eine nicht verstandene oder nicht bearbeitete Aufgabe, eine ignorierte Grafik und Passagen, die man nicht mehr versteht. Diese Fehler drücken den Text unter die Stufe, die die Sprache hergeben würde.

Wie streng ist die Rechtschreibung?

Vereinzelte Rechtschreibfehler zählen zu den leichten Fehlern. Systematische Fehler in Wortstellung, Kasus und Konnektoren wiegen deutlich schwerer.

GermanExam.pro ist ein unabhängiges Lernwerkzeug. Wir haben keine Verbindung zum TestDaF-Institut / g.a.s.t. Die genannten Zahlen und Kriterien stammen aus den öffentlich verfügbaren Veröffentlichungen des TestDaF-Instituts.

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