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Der bewertete Text · 358 Wörter · Muttersprache Russisch

Digitalisierung der Lehre – Chance oder Risiko?

In einem aktuellen Online-Forum unserer Universität wird intensiv über die Zukunft der Hochschullehre diskutiert. Dabei stehen sich zwei Positionen gegenüber: Prof. Dr. Bauer behauptet, dass die digitale Lehre "die größte Demokratisierungschance der akademischen Welt" sei. Im Gegensatz dazu warnt Prof. Dr. Schmidt, dass "ohne den persönlichen Kontakt in Präsenzlehre keine echte wissenschaftliche Bildung" möglich ist. In folgender Stellungnahme möchte ich beide Positionen kritisch beleuchten und meine eigene Meinung darstellen.

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Aussage von Prof. Bauer ist in vielen Hinsichten nachvollziehbar. Erstens, digitale Materialien ermöglichen breiteren Zugang zu Bildung. Studenten aus ländlichen Regionen oder Familien mit niedrigem Einkommen können an Vorlesungen teilnehmen, ohne teures Wohnung in Großstadt zu mieten. Ein wichtiges Vorteil ist auch Flexibilität: man muss nicht jeden Tag zu Universität fahren, was spart viel Zeit und Geld für Ticket. Wenn Student nebenbei arbeitet, er kann Vorlesungen am Abend schauen. Diese Demokratisierung, die Prof. Bauer beschreibt, ist meiner Meinung nach reale Chance für viele junge Menschen.

Andererseits hat auch Prof. Schmidt wichtigen Punkt. Ohne persönliche Kontakt zu Professoren und anderen Studenten viele fühlen sich einsam und verlieren Motivation. In russische Sprache sagt man, dass Mensch ist ein soziales Wesen — und das gilt besonders für akademisches Lernen. Diskussionen im Seminar, spontane Fragen nach Vorlesung, gemeinsames Arbeiten in Bibliothek: alle diese Aspekte können digitale Formate kaum ersetzen. Ein weiteres Problem ist Technik. Nicht jeder hat gute Internet oder moderne Laptop, was führt zu neue Form von Ungerechtigkeit. Oft es passiert auch, dass Studenten in Online-Stunden nicht konzentriert sind und nebenbei mit Handy spielen.

Was mich betrifft, ich stehe auf dem Standpunkt, dass beide Professoren teilweise recht haben. Ich glaube nicht, dass deutsche Universitäten sollen zu 100% Präsenzlehre zurückkehren — die Welt verändert sich und wir müssen mit Zeit gehen. Aber reine Online-Lehre ist auch keine Lösung. Die "Demokratisierung", von der Prof. Bauer spricht, kann ohne echte Begegnungen schnell zu Vereinzelung werden, wie Prof. Schmidt warnt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass deutsche Universitäten hybride Modelle entwickeln müssen. So können Studenten von Flexibilität profitieren, aber trotzdem soziale Kontakte in Seminar halten. Meiner Meinung nach, die Zukunft der akademischen Bildung liegt in intelligenter Mischung aus beiden Welten.

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Dein Ergebnis

Dein ErgebnisAusreichendNiveau C1Bestanden

Das gilt für diesen einen Text. In der Prüfung hast du ein neues Thema und wenig Zeit.

358 Wörter bewertet

Du bestehst — aber knapp. Inhalt und Aufbau tragen den Text, die vielen Fehler bei Artikeln und Wortstellung kosten dich die Punkte. Schon eine Stufe weniger in einem Kriterium, und es reicht nicht mehr.

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Prüfer-Bewertung

Zum Bestehen: 29 von 48 Punkten (60 %)

Aufgabe erfüllt

In der Prüfung: Aufgabengerechtheit

Gewicht 25 %A

Du erfüllst die Aufgabe vollständig: Du gibst beide Aussagen wieder, wägst sie gegeneinander ab und kommst zu einer eigenen, begründeten Position. Der rote Faden ist durchgehend klar.

  • Die Einleitung stellt beide Positionen vor: »Dabei stehen sich zwei Positionen gegenüber«.
  • Das Fazit verbindet beide Seiten zu einer eigenen Lösung: »Zusammenfassend lässt sich sagen, dass deutsche Universitäten hybride Modelle entwickeln müssen.«
  • Die Beispiele bleiben alltäglich (Ticketkosten, Handy im Unterricht). Ein Beispiel aus Studium oder Forschung würde die Argumentation wissenschaftlicher machen.

Korrektheit

Gewicht 25 %C

Hier verlierst du die meisten Punkte. Man versteht dich immer, aber die Fehler stecken nicht nur in schwierigen Sätzen, sondern oft in einfachen Strukturen: fehlende Artikel, falsches Genus, das Verb an der falschen Stelle. In 18 von 25 Sätzen steht mindestens ein Fehler.

  • Die indirekte Rede sitzt: »dass die digitale Lehre "die größte Demokratisierungschance der akademischen Welt" sei«.
  • Artikel fehlen oder haben das falsche Genus: »ohne teures Wohnung in Großstadt«, »Ein wichtiges Vorteil«, »gute Internet oder moderne Laptop«.
  • Das Verb steht an der falschen Stelle — im Nebensatz nicht am Ende (»was spart viel Zeit«, »dass Mensch ist ein soziales Wesen«) und im Hauptsatz nicht an Position 2 (»Oft es passiert«, »Meiner Meinung nach, die Zukunft der akademischen Bildung liegt«).

Vielfalt bei Wörtern und Sätzen

In der Prüfung: Repertoire

Gewicht 25 %B

Dein Wortschatz passt zum Thema und zur Hochschule. An einigen Stellen wird er aber alltäglich, und manche Wendungen wiederholst du.

  • Treffende Fachwörter und Redemittel: »Demokratisierungschance«, »hybride Modelle«, »beide Positionen kritisch beleuchten«.
  • Alltagssprache im wissenschaftlichen Text: »mit Handy spielen«, »Vorlesungen am Abend schauen«.
  • »Meiner Meinung nach« steht zweimal im Text. Wechsle ab, zum Beispiel mit »Ich vertrete die Auffassung, dass …«.

Aufbau und roter Faden

In der Prüfung: Kommunikative Gestaltung

Gewicht 25 %B

Der Aufbau ist klar: Einleitung, die eine Seite, die andere Seite, eigene Position, Fazit — jeder Absatz hat eine Aufgabe. Die Verknüpfungen innerhalb der Absätze sind aber oft einfach.

  • Klare Überleitungen zwischen den Absätzen: »Im Gegensatz dazu«, »Andererseits«, »Zusammenfassend lässt sich sagen«.
  • Auf »Erstens« folgt kein »Zweitens« — die Aufzählung bricht ab.
  • Innerhalb der Absätze stehen die Sätze oft nur nebeneinander. Verweise wie »dieser Nachteil« oder »daraus folgt« würden die Gedanken enger verbinden.
Tipp:
  • Lies deinen Text vor der Abgabe einmal nur auf Artikel: Hat jedes Nomen seinen Artikel, stimmt das Genus?
  • Prüfe jeden Nebensatz mit dass, weil, wenn oder was: Das Verb gehört ans Ende.
  • Steht vorn schon etwas anderes als das Subjekt (»Oft«, »Erstens«, »Meiner Meinung nach« oder ein ganzer Nebensatz), kommt direkt danach das Verb.
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Deine Sätze, verbessert

Sätze aus dem Text — so wären sie richtig, und warum.

  1. 1

    Aussage von Prof. Bauer ist in vielen Hinsichten nachvollziehbar.

    Die Aussage von Prof. Bauer ist in vielerlei Hinsicht nachvollziehbar.

    Warum: Gemeint ist eine bestimmte Aussage, also mit Artikel: die Aussage. Die feste Wendung heißt „in vielerlei Hinsicht“.

  2. 2

    Erstens, digitale Materialien ermöglichen breiteren Zugang zu Bildung.

    Erstens ermöglichen digitale Materialien einen breiteren Zugang zu Bildung.

    Warum: „Erstens“ steht auf Position 1, danach kommt sofort das Verb — ohne Komma. „Zugang“ braucht hier einen Artikel.

  3. 3

    Studenten aus ländlichen Regionen oder Familien mit niedrigem Einkommen können an Vorlesungen teilnehmen, ohne teures Wohnung in Großstadt zu mieten.

    Studenten aus ländlichen Regionen oder Familien mit niedrigem Einkommen können an Vorlesungen teilnehmen, ohne eine teure Wohnung in der Großstadt zu mieten.

    Warum: „Wohnung“ ist feminin: eine teure Wohnung. „In der Großstadt“ braucht den Artikel.

  4. 4

    Ein wichtiges Vorteil ist auch Flexibilität: man muss nicht jeden Tag zu Universität fahren, was spart viel Zeit und Geld für Ticket.

    Ein wichtiger Vorteil ist auch die Flexibilität: Man muss nicht jeden Tag zur Universität fahren, was viel Zeit und Geld für das Ticket spart.

    Warum: „Vorteil“ ist maskulin: ein wichtiger Vorteil. Im Nebensatz mit „was“ steht das Verb am Ende: was … spart.

  5. 5

    Wenn Student nebenbei arbeitet, er kann Vorlesungen am Abend schauen.

    Wenn ein Student nebenbei arbeitet, kann er sich die Vorlesungen am Abend ansehen.

    Warum: Steht der Nebensatz vorn, kommt im Hauptsatz sofort das Verb: …, kann er. „Vorlesungen schauen“ ist Alltagssprache; im Text passt „sich ansehen“.

  6. 6

    Diese Demokratisierung, die Prof. Bauer beschreibt, ist meiner Meinung nach reale Chance für viele junge Menschen.

    Diese Demokratisierung, die Prof. Bauer beschreibt, ist meiner Meinung nach eine reale Chance für viele junge Menschen.

    Warum: „Chance“ braucht hier den unbestimmten Artikel: eine reale Chance.

  7. 7

    Andererseits hat auch Prof. Schmidt wichtigen Punkt.

    Andererseits spricht auch Prof. Schmidt einen wichtigen Punkt an.

    Warum: „Punkt“ braucht einen Artikel: einen wichtigen Punkt. Üblich ist „einen Punkt ansprechen“.

  8. 8

    Ohne persönliche Kontakt zu Professoren und anderen Studenten viele fühlen sich einsam und verlieren Motivation.

    Ohne persönlichen Kontakt zu Professoren und anderen Studenten fühlen sich viele einsam und verlieren die Motivation.

    Warum: Nach „ohne“ steht der Akkusativ: ohne persönlichen Kontakt. Die Ergänzung steht vorn, also folgt sofort das Verb: fühlen sich viele.

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