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10 DSH Beispieltexte für eine erfolgreiche Prüfung

20. März 2026
|5 min
10 DSH Beispieltexte für eine erfolgreiche Prüfung

10 DSH Beispieltexte, die dir zeigen, was die Prüfer wirklich sehen wollen

Du sitzt vor einem leeren Blatt, 70 Minuten auf der Uhr, und die Aufgabe klingt nach: „Schreiben Sie einen Text über Klimawandel und Stadtentwicklung." Klar, denkst du – aber was genau will die Prüfung hören? Genau hier helfen dir Beispieltexte: Sie zeigen dir nicht nur, wie ein DSH-2-Text aussieht, sondern auch, wo der Unterschied zwischen „bestanden" und „nicht bestanden" liegt.

Die Wahrheit ist: Die meisten Kandidaten scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern daran, dass sie nicht verstehen, wie die Bewertung funktioniert. Ein Text kann inhaltlich stark sein und trotzdem durchfallen – weil die Sprache zu viele Fehler hat. Oder umgekehrt: perfekte Grammatik, aber die Aufgabe nur zur Hälfte bearbeitet.

In diesem Artikel bekommst du 10 kommentierte Beispieltexte aus echten DSH-Prüfungen. Jeder Text zeigt dir, was funktioniert hat – und was nicht. Plus: Du erfährst, wie die Bewertung wirklich abläuft und worauf Prüfer achten, wenn sie deinen Text lesen.

Was macht einen DSH-Text aus? (Und was nicht)

Bevor wir zu den Beispielen kommen, lass uns klären, was die DSH-Textproduktion überhaupt ist. Du hast 70 Minuten Zeit, einen argumentativen Sachtext von ca. 250 Wörtern zu schreiben. Das klingt nach viel Zeit – ist es aber nicht, wenn du nicht weißt, wie du sie nutzt.

Die Aufgabe gibt dir immer Vorgaben: eine Grafik, ein Zitat, eine Statistik. Deine Aufgabe ist es nicht, einen freien Aufsatz zu schreiben, sondern diese Materialien zu verarbeiten. Das bedeutet:

Du musst die Grafik beschreiben. Nicht nur „Die Grafik zeigt...", sondern konkret: Welche Zahlen sind auffällig? Was ist der Trend?

Du musst Stellung nehmen. Die Prüfung will deine Meinung hören – aber begründet, nicht einfach „Ich finde das gut."

Du musst alle Teilaufgaben bearbeiten. Wenn die Aufgabe drei Fragen stellt, musst du alle drei beantworten. Klingt logisch, aber viele Kandidaten vergessen in der Hektik einen Teil.

Ein Beispiel aus einer echten Prüfung: Thema „Studieren im Ausland". Die Aufgabe zeigt eine Statistik über Erasmus-Studierende und stellt drei Fragen: Wer sind die typischen Erasmus-Studierenden? Welche Vorteile hat ein Auslandsstudium? Sollte es Pflicht werden?

Ein DSH-2-Text beantwortet alle drei Fragen, beschreibt die Statistik präzise („61% der Erasmus-Studierenden sind Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 22 Jahren") und nimmt differenziert Stellung („Ein Pflichtprogramm ist eine gute Idee, aber nicht alle Universitäten können das finanzieren").

Ein Text, der durchfällt, macht das nicht. Er beschreibt die Grafik vage („Viele Studenten gehen ins Ausland"), lässt eine Teilaufgabe aus oder argumentiert nicht, sondern listet nur Punkte auf.

Wie wird dein Text bewertet? Die 40/60-Regel

Hier wird es konkret: Die DSH-Bewertung teilt sich in zwei Bereiche – Inhalt und Sprache. Und die Gewichtung ist nicht 50/50, wie viele denken.

Sprache zählt mehr. Die Musterprüfungsordnung (MPO 2019) sagt ausdrücklich: „Die sprachlichen Aspekte sind stärker zu berücksichtigen." Die meisten Hochschulen setzen das als 60% Sprache, 40% Inhalt um. Das bedeutet: Ein inhaltlich perfekter Text mit vielen Grammatikfehlern kann durchfallen. Ein sprachlich sauberer Text mit kleinen inhaltlichen Lücken schafft DSH-2.

Inhalt (40%): Was du sagst

Hier schauen Prüfer auf vier Dinge:

Vollständigkeit: Hast du alle Teilaufgaben bearbeitet? Alle Materialien einbezogen? Wenn die Aufgabe nach zwei Maßnahmen fragt und du nennst nur eine – Punktabzug.

Themenentwicklung: Sind deine Argumente logisch? Hast du Beispiele gegeben? Ein Satz wie „Auslandsstudium ist gut für die Karriere" ist zu dünn. Besser: „Auslandsstudium verbessert die Beschäftigungsfähigkeit, weil Arbeitgeber Anpassungsfähigkeit und interkulturelle Kompetenz schätzen."

Textaufbau: Gibt es eine klare Struktur? Einleitung (Thema + Position), Hauptteil (Argumente), Schluss (Fazit). Kein Absatz-Chaos.

Kohärenz: Hängen deine Gedanken zusammen? Oder springst du von Punkt zu Punkt ohne Übergang?

Sprache (60%): Wie du es sagst

Vier Subkriterien, jedes zählt:

Korrektheit (ca. 15%): Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung. Ein paar Tippfehler sind OK – aber wenn jeder zweite Satz einen Kasusfehler hat, wird's kritisch.

Wortwahl (ca. 15%): Nutzt du einen vielfältigen Wortschatz? Oder wiederholst du ständig „gut", „wichtig", „Problem"? Zeig, dass du Synonyme kennst: „vorteilhaft", „bedeutsam", „Herausforderung".

Syntax (ca. 15%): Variierst du deine Satzstrukturen? Hauptsatz, Nebensatz, Relativsatz – nicht nur „Subjekt-Verb-Objekt" in Dauerschleife.

Kohäsion (ca. 15%): Verbindest du Sätze mit Konnektoren? „Außerdem", „Allerdings", „Deshalb" – das macht deinen Text flüssig.

Ein Beispiel aus einem echten DSH-2-Text: „Viele Studenten möchten im Ausland weiterstudieren oder für ein Semester als Erasmus-Student dort studieren. Hier stellt sich die Frage: Welche Eigenschaften hat der/die typische Erasmus-Studierende?"

Schau dir die Kohäsion an: „Hier stellt sich die Frage" ist ein eleganter Übergang. Der Text wiederholt nicht einfach „Studenten studieren im Ausland", sondern führt die Frage ein, die der Text beantworten wird.

Beispieltext 1: DSH-2 – Was richtig läuft

Lass uns einen Text analysieren, der DSH-2 erreicht hat. Thema: „Studieren im Ausland".

Der Text:

Heute wird sehr oft über das Thema „Studieren im Ausland" diskutiert. Viele Studenten möchten im Ausland weiterstudieren oder für ein Semester als Erasmus-Student dort studieren. Hier stellt sich die Frage: Welche Eigenschaften hat der/die typische Erasmus-Studierende? Dieser Frage möchte ich anhand des vorliegenden Schaubilds nachgehen, das in der Seite http://ec.europa.eu im Jahr 2015 veröffentlicht wurde.

Dieses Schaubild zeigt, dass 61% der Erasmus-Studierenden Frauen sind. Das Alter dieses/dieser Studierenden soll nicht mehr als 22 Jahre sein. Außerdem dauert der ideale Auslandsaufenthalt circa 6 Monate und dieses Stipendium beträgt 272 Euro monatlich. Die Mehrheit der Studenten machen im Ausland einen Bachelor, während die Minderheit davon eine Promotion macht.

Hier kann man fragen: Welche Vorteile hat das Studium im Ausland? Es ist positiv, wenn man im Ausland studiert, weil man dort eine neue Kultur erleben und kennen kann. Außerdem kann man dort andere Menschen treffen und kennenlernen. Ein Vorteil ist auch, dass die Person viele Erfahrungen sammeln und dann davon profitieren kann.

Aber müssen alle Studente ins Ausland gehen und dort studieren? Das Studium im Ausland als Pflichtprogramm ist eine gute Idee, aber nicht alle Universitäten oder Länder können alle Studenten unterstützen und ein Stipendium für sie bezahlen. Andererseits ist möglich, dass die Universitäten ihre besten Studenten ein Stipendium geben und dann in der Zukunft von diesen Studenten die Erfahrungen bekommen.

Meiner Meinung nach ist es eine gute Chance, wenn man neue Länder besuchen oder dort eine Ausbildung machen kann.

Was funktioniert:

Die Einleitung nennt das Thema und führt die Frage ein. Der Text beschreibt die Grafik konkret: „61% Frauen", „22 Jahre", „6 Monate", „272 Euro". Das sind präzise Zahlen, keine vagen Aussagen.

Die Struktur ist klar: Einleitung → Grafikbeschreibung → Vorteile → Kritische Frage (Pflicht?) → Fazit. Jeder Absatz hat eine Funktion.

Die Kohäsion stimmt: „Hier kann man fragen", „Außerdem", „Andererseits" – der Text fließt.

Was noch besser sein könnte:

Ein paar Grammatikfehler: „Die Mehrheit der Studenten machen" (sollte „macht" sein), „alle Studente" (sollte „Studenten" sein). Diese Fehler sind nicht dramatisch, aber sie zeigen, warum der Text DSH-2 ist und nicht DSH-3.

Die Argumentation zur Pflicht ist etwas dünn. Der Text sagt „nicht alle Universitäten können das finanzieren", aber entwickelt das nicht weiter. Ein Satz wie „Kleinere Hochschulen hätten nicht die Ressourcen, Tausende Studierende ins Ausland zu schicken" würde die Argumentation stärken.

Beispieltext 2: Nicht bestanden – Was schiefgeht

Jetzt schauen wir uns einen Text an, der durchgefallen ist. Gleiches Thema, aber ein völlig anderes Ergebnis.

Der Text (unvollständig, bricht ab):

Viele Studierende studieren heute gerne im Ausland. Damit können sie ihre Sicht breiten und sich die erworbene Kompetent erheben. Das vorliegende Schaubild beschreibt, wie die Situation des Studiums im Ausland sieht.

Aus dem Kreisdiagram kann man sehen, dass die meiste der Studenten im Ausland ihre Bachelor und Master kriegen möchte. Nur insgesamt 4% der Studenten gehen nach Ausland Kurzstudium und Promotion zu machen. Es kann ein Vorteil sein, dass sie eine verschiedene Kultur gut kennenlernen können, weil sie eine lange Zeit in diesem Land bleiben.

Eine amerikanische Vielfalt einer gedanklichen Vielfält zugutekommen kann. Ein anderer Vorteil könnte die Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit sein wie zum Beispiel Problemlösungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Organisationskompetenz.

Besonders auffällig ist, dass im Erasmus-Programm 61% der Studierenden Frauen sind. Dabei sind diese Studenten durchschnittlich 22 Jahre alt. Der Auslandsaufenthalt dauert ein halbes Jaht, nicht lang und auch nicht zu kurz. Zudem...

Was schiefgeht:

Der Text bricht ab. Das allein ist schon ein K.O.-Kriterium – unvollständige Texte können nicht bestehen.

Die Sprache ist voller Fehler: „ihre Sicht breiten" (sollte „erweitern"), „die erworbene Kompetent erheben" (unklar, vermutlich „Kompetenzen erwerben"), „die meiste der Studenten" (sollte „die meisten"), „nach Ausland" (sollte „ins Ausland").

Die Kohärenz fehlt: „Eine amerikanische Vielfalt einer gedanklichen Vielfält zugutekommen kann" – dieser Satz ergibt keinen Sinn. Der Leser versteht nicht, was gemeint ist.

Die Grafikbeschreibung ist vage: „die meiste der Studenten" – wie viele genau? Der DSH-2-Text oben sagt „Die Mehrheit der Studenten machen im Ausland einen Bachelor" – das ist präziser.

Die Lektion: Sprache schlägt Inhalt. Selbst wenn dieser Text inhaltlich gute Punkte hätte (Kultur, Beschäftigungsfähigkeit), machen die vielen Grammatikfehler und die fehlende Kohärenz ihn unlesbar. Und ein unvollständiger Text kann nie bestehen.

Die 5 häufigsten Fehler in DSH-Texten (und wie du sie vermeidest)

Nach Hunderten von Beispieltexten sehe ich immer wieder die gleichen Probleme. Hier sind die Top 5 – und wie du sie umgehst.

Fehler 1: Zu vage Grafikbeschreibung

Schwach: „Die Grafik zeigt, dass viele Studenten ins Ausland gehen."

Stark: „Laut der Statistik studieren 61% der Erasmus-Teilnehmer im Bachelor, während nur 2% eine Promotion machen."

Der Unterschied? Konkrete Zahlen. Die Prüfung gibt dir eine Grafik – nutze sie. Nenne Prozente, Jahreszahlen, Trends. „Viele" ist keine Analyse.

Fehler 2: Fehlende Stellungnahme

Viele Texte beschreiben die Grafik perfekt, beantworten aber die Frage nicht. Wenn die Aufgabe lautet „Sollte ein Auslandssemester Pflicht werden?", musst du eine Position beziehen.

Schwach: „Es gibt Vor- und Nachteile."

Stark: „Ein Pflichtprogramm wäre sinnvoll, aber nur mit staatlicher Finanzierung. Ohne Stipendien würden sozial schwächere Studierende ausgeschlossen."

Siehst du den Unterschied? Der zweite Satz nimmt Stellung und begründet sie.


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